Künstler:innen
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Morgane schreibt gerne - und nicht gerne in der dritten Person über sich, aber es ist nun mal eine Ausstellung. Sie bewegt sich zwischen Care-Arbeit, Heilung und Sprache und interessiert sich für das, was wir zwischen Traum und Wirklichkeit opfern.
Jenseits des Traums
“Folge deinen Träumen!“ Genau... Aber was geschieht in dem Raum zwischen dem Traum und dem Leben, das wir tatsächlich führen? Dieser Workshop beginnt genau dort, in diesem Zwischenraum. Nicht, um die Hoffnung zu zerstören, sondern um sie ehrlicher zu betrachten. Denn das Verfolgen eines Traums ist immer mit einem Preis verbunden: etwas, das beiseite geschoben, aufgeschoben oder stillschweigend losgelassen wird.Durch poetisches Schreiben sind die Teilnehmenden eingeladen, sich dem zu nähern, was sie, bewusst oder unbewusst, geopfert haben, um die Person zu werden, die sie sich vorgestellt hatten.
Was ging bei der Übersetzung zwischen dem inneren Bild und dem äußeren Leben verloren?
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TBD
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Daisy Kidd ist Künstlerin, Druckgrafikerin und kreative Vermittlerin und stammt ursprünglich aus dem UK. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit den Mustern, Texturen und Rhythmen des Alltags und damit, wie diese mit sozialen, kollektiven und persönlichen Erinnerungen in Verbindung stehen.
Würdelosigkeitswiedergutmachungserbringungsprozess
Was bedeutet es, etwas zu erinnern, und wie entscheiden wir, was Wert hat und was nicht?Dieses Patchwork-Tapisserie besteht aus 131 Objekten, die auf den Straßen Berlins gefunden wurden – genauer gesagt auf Straßen, die nach Frauen benannt sind. Jedes Objekt wurde gesammelt, dokumentiert, gereinigt und vergoldet – ein Prozess der Fürsorge und Aufmerksamkeit, der an die oft unerkannte Würde der Arbeit in geschlechtsspezifisch geprägten Handwerkstraditionen erinnert, etwa an das Zusammenfügen gefundener Stoffreste zu Patchworkdecken.
Obwohl die Gleichberechtigung von Männern und Frauen bereits vor über 70 Jahren im deutschen Grundgesetz verankert wurde, sind mehr als 90 % der Berliner Straßen nach Männern benannt. Nach einem Jahrzehnt des Lebens in Berlin und im Zusammenhang mit einem Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft ist dieses Projekt ein Versuch, die Komplexität dessen zu entwirren, was es bedeutet, deutsch zu sein, und die tief verwurzelten, oft widersprüchlichen Erzählungen zu verstehen, die diese Vergangenheit geprägt haben.<a
Der Prozess des Katalogisierens, Sammelns und Anordnens dieser Objekte ist sowohl zeitaufwendig als auch äußerst methodisch und spiegelt die bürokratischen Strukturen wider, die den Alltag in Deutschland prägen. Diese dreiteilige Installation macht die verschiedenen Schichten dieses Prozesses sichtbar, den ich Wiedergutmachungwürdelosigketerbringungsprozess (Prozess zur Wiedergutmachung von Würdelosigkeit) genannt habe – ein bewusst sperriger Titel, ganz im Sinne der Logik
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TBD
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Willkommen in Deutschland, Ariel
Was wäre, wenn Ariel ihre Stimme nicht für Beine und einen Prinzen eingetauscht hätte – sondern für eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland? Klingt absurd. Willkommen in Berlin.
Viele Menschen, die migrieren, tun im Grunde genau das: Sie geben ihre Stimme ab – ihre Sprache, ihren Akzent, ihre Selbstverständlichkeit. Sie tauschen Vertrautheit gegen Möglichkeiten, Nähe gegen Freiheit, Identität gegen Integration. Was wie ein Märchen beginnt, ist oft ein komplexer Aushandlungsprozess zwischen Selbstverwirklichung und Selbstverlust.
Und Berlin?
Berlin ist Ursula.
Verführerisch, widersprüchlich, voller Versprechen – besonders für diejenigen, die anderswo keinen Platz fanden. Gerade für viele queere Menschen scheint diese Stadt ein Ort größerer Freiheit zu sein. Und vielleicht ist sie das auch. Zumindest am Anfang.Doch jeder Vertrag hat seinen Preis. Zwischen Bürokratie, prekären Lebensrealitäten und der ständigen Neuerfindung verschwimmen die Grenzen: Was bedeutet es wirklich, neu anzufangen? Und was geht dabei verloren?
Was also, wenn Ariel kein Märchenwesen ist, sondern ein vierzigjähriger, schwuler Mann aus Mexiko, der alles hinter sich lässt, um in Berlin ein neues Leben zu beginnen?
Würde er den Vertrag unterschreiben?
Wahrscheinlich ja.Denn vielleicht liegt die Wahrheit nicht darin, ob es sich lohnt – sondern darin, dass man es trotzdem tut.
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https://www.omereilam.com/
Omer Eilam ist ein in Berlin lebender Musiker. Er komponiert elektroakustische Musik und spielt Synthesizer, Klavier und Flöte. Mit Werken, die von der Verklanglichung von Himmelskörpern bis zur Zerstörung von Wäldern reichen, liegt sein Schwerpunkt darauf, was es bedeutet, in unserer heutigen Zeit Mensch zu sein.
Vision of the Valley of Dry Bones
„Vision of the Valley of Dry Bones“ reflektiert zeitlose Vorstellungen von Schöpfung und Zerstörung. Inspiriert von der Vision des Propheten Hesekiel rekonstruiert die Musik die Verwandlung trockener Knochen in lebendige, atmende Klangwesen. Entstanden während des verheerenden Krieges zwischen Israel und Gaza, ist das Werk ein Versuch, auf aktuelle Ereignisse einzugehen und im Klang nach Sinn zu suchen. Die Musik wird von einer speziell für dieses Stück choreografierten Liquid Light-Projektion begleitet.
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Ursprünglich aus London stammend, hat Abigail die vergangenen sieben Jahre in Berlin verbracht, wo __ ihr die Stadt ermöglicht hat, viele kreative Wege zu erkunden und ihr ein Gefühl künstlerischer Freiheit gegeben hat. Sie unterrichtet Englisch für Erwachsene und verbindet dabei Kreativität mit dem Sprachenlernen, während sie gleichzeitig ihre eigene Reise mit der deutschen Sprache fortsetzt.
Zu Hause mit die Künstler:innenDas Werk in der Ausstellung konzentriert sich auf das Thema Opfer, insbesondere im Zusammenhang mit Migration. Während wir oft viel opfern, wenn wir umziehen, erhalten wir auch viel Neues im Gegenzug, und das, was dazwischen bleibt, ist ein liminaler Raum zwischen Gewinn und Verlust. Das Kunstwerk untersucht Themen wie die Bedeutung von „Zuhause“, die Opfer, die wir bringen, um unser Leben zu verändern, und was uns diese Veränderung dann bringt. Ich habe unsere Gruppe zu diesem Thema interviewt, und dies wird in einer Reihe von sowohl Fotografie als auch Film präsentiert.
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@drucke_kueche
Daniela Kitchiner ist in Herefordshire in England aufgewachsen und studierte Bildende Kunst in London, bevor sie jahrelang im Film- und Kino gearbeitet hat. Die Umsiedlung nach Berlin hat eine Rückkehr zu Ihrem eigenen multimedia Kunstpraxis angeregt; untermauert mit persönlichen und gesellschaftlichen Fragen zu menschlicher Erfahrung.
Lernkurven
Diese Arbeit betrachtet die neurowissenschaftlichen Begriffe Neuroplastizität (der Lernprozess) und Propriozeption (die Fähigkeit des Körpers, sich im Raum zu positionieren und zu bewegen) in einem neuen Kontext als Metaphern für die physischen und sozialen Auswirkungen der Orientierung nach einer Emigration; das Lernen und Verlernen, sich anzupassen, um Resilienz aufzubauen.Unser Gehirn arbeitet daran, Verhaltensmuster zu erkennen und zu etablieren, um Informationen so effizient wie möglich abzurufen oder abzulegen. Auf neurologischer Ebene ist bekannt, dass es durch Lernen und Anpassung synaptische Bahnen kontinuierlich neu organisiert und stärkt. Ein Prozess, der auch bei einer Umsiedlung abläuft.
Durch ständiges sensorisches Feedback verstehen wir, wo wir uns im Raum befinden. Neugier führt uns aus unserer Komfortzone heraus, Neuanfänge stürzen uns oft ins Dunkle und fordern unsere Sinnesrezeptoren heraus. Doch durch den faszinierenden Prozess der Neuroplastizität entstehen neue Bahnen der Wahrnehmung, bis sich die Dunkelheit mit Farbe füllt und die Propriozeption uns wieder stabilisiert.
Unter Verwendung des subtraktiven Farbdruckmodells CMYK zur Erzeugung einzelner Schichten aus Cyan-, Magenta-, Gelb- und Schwarzdrucken habe ich reduktive Linolschnitt-Methoden eingesetzt, um wiederholte Muster menschlichen Verhaltens nachzubilden. Zusammengeführt beleuchten die Schichten den Fortschritt von Neugier und Lernen, und was es bedeutet anzukommen.
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Martyna Lebryk ist eine in Berlin lebende bildende Künstlerin, deren Arbeit sich mit Identität, Handlungsfähigkeit und Sehnsucht auseinandersetzt. Ihr Schaffen ist geprägt von einem Interesse an grundlegenden menschlichen Impulsen – Anziehung und Abstoßung, Nähe und Rückzug, Neugier und Grenzüberschreitung.
Opfer
Im Deutschen birgt das Wort „Opfer“ einen Zwiespalt. Es bezeichnet sowohl denjenigen, der geopfert wird, als auch denjenigen, der geschwächt wird, zum Opfer gemacht oder auf eine Rolle reduziert wird.
Diese Gesichter lassen nicht erkennen, wozu sie gehören.
Sie sind angehoben, auf schmalen Stützen befestigt, aufrecht gehalten, als dienten sie der Ehrung oder der Zurschaustellung. Ihre Tränen deuten auf Trauer hin, aber auch auf eine Prüfung. Ein weinendes Gesicht ist niemals nur ein Gesicht; es ist bereits ein Bild, bereits an jemanden gerichtet.
Doch hier schaut niemand eindeutig hin. Niemand hat um dieses Opfer gebeten.
Die Geste des Opfers bleibt bestehen, losgelöst von jeder Notwendigkeit. Sie wird übersteigert, ungelöst – eine Handlung ohne Empfänger. Die Tränen bleiben dennoch bestehen, irgendwo zwischen Aufrichtigkeit und Zurschaustellung, zwischen Zwang und Inszenierung.
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TBD
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www.garethharmer.de
Gareth Harmer kommt aus England. 2020 ist er nach Berlin umgezogen. Er arbeitet als Fotograf, Illustrator und Autor.
Opfer unserer Zeit
,,Opfer unsere Zeit’’ (2026) Gemälde. Öl Auf Leinwand. Bildmäß: 50cm x 40cm. Ein Bild in der pastoralen Tradition, das zeigt einen üppigen Frühling. Die menschliche Figur wird von dem Arkadie ausgesperrt, eingehüllt in der grellen Licht der Technologie.
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jamalkhalili.com
Jamal Khalili ist ein omanischer, in Berlin lebender New-Media-Künstler, der mit Licht und Interaktion arbeitet. Seine Arbeiten erforschen menschliche Verbindungen und gemeinsame Erfahrungen jenseits kultureller Unterschiede.
Verdrehte Muster
Eine minimalistische, lichtbasierte Installation, die untersucht, wie Menschen von unsichtbaren Mustern geprägt werden – kulturell, sozial und im Innern. Inspiriert vom chinesischen Sprichwort „Ein krummer Baum lebt sein eigenes Leben, aber ein gerader wird zu Holz“, reflektiert die Arbeit den vom Wind geformten, verbogenen Baum und damit, wie wiederholte Einflüsse im Laufe der Zeit Wahrnehmung, Identität und Verhalten formen. Durch subtile Interaktion und Spiegelung werden die Betrachtenden eingeladen, sich damit auseinanderzusetzen, wie viel ihres Selbst gewählt ist – und wie viel von äußeren Einflüssen geprägt wurde.
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Mara arbeitet an der Schnittstelle zwischen Sprache und Kunst und schafft Räume, in denen verschiedene Perspektiven zusammenkommen und einander nähren. Ihre Kunst dreht sich um den weiblichen Körper, seine Zyklen und gesellschaftliche Tabus.
Dann noch ein Zusatz2002, ich war 14, habe ich meinen Großvater zu seinen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg befragt. 2025 habe ich die Kassette wiederentdeckt. Lange ist Opa schon tot. Seine Stimme zu hören, meine Stimme als Jugendliche, und die Beziehung, die sich in dem Raum zwischen uns zeigt, war ein unerwartetes Geschenk. Eine Postkarte aus einer anderen Zeit, in die heutige, in der uns Kriege und Konflikte fordern, Stellung zu nehmen. Nicht nur, wogegen wir stehen, sondern auch - wofür?
(Information zum Inhalt: die Erzählung enthält explizite Beschreibungen von Kriegsgeschehnissen und -verletzungen)
Im Stillen / Mutter und SohnAus mir heraus kam mein Sohn vor 2 Jahren in die Welt.
Das Leben stand still, ich stillte.
Ich bin nicht mehr ich, also Eins, aber ich bin auch nicht mehr Zwei.
Was dann?
Die uralte Geschichte:
Mutter
und Sohn
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Aoife Lynch kommt aus Irland und lebt seit 2024 in Berlin. Sie arbeitet in der Kommunikation für eine Non-Profit-Organisation, die Empathie durch Kunst und Literatur fördert. Ihre Gedichte wurden im SAND Magazine, filling station und anderen Publikationen veröffentlicht
Fada / Fade / Faden
„Fada / Fade / Faden“ ist ein Gewebe aus Ausdrücken, viele Übersetzungen eines einzigen Satzes, die an ihren Kreuzungspunkten nur teilweise lesbar sind. Von den schätzungsweise 7000 Sprachen der Welt sind 60 % vom Aussterben bedroht. Während die sprachliche Homogenisierung ihren Vormarsch fortsetzt, angetrieben durch Klimawandel, Kolonialismus, Digitalisierung und subjektive Wertigkeit, verschwindet alle zwei Wochen eine weitere Sprache – und mit ihr ganze Systeme des Seins und der Interaktion mit der Welt. Dieses Werk stellt die Frage: Wem unter uns ist das Privileg vergönnt, nach seinen eigenen Maßstäben verstanden zu werden? Was verlieren wir, wenn wir aufhören, unsere Muttersprache zu sprechen, sei es auf der Suche nach Chancen oder um Diskriminierung zu entgehen?
Hier werden Seidenfetzen sowohl zur Fensterscheibe als auch zum Vorhang, zum Medium, durch das wir unsere Umgebung wahrnehmen und verstehen, und zu einem Werkzeug der Geheimhaltung und Privatsphäre. Der Titel spiegelt diese Vielschichtigkeit wider: „Fada“ bedeutet auf Irisch „lang“ und ist ein Akzentzeichen, das die Aussprache eines Wortes verändert. Ein arabisches Homophon, فضاء, bezieht sich auf einen Raum oder eine weite Leere. Im Deutschen ist „Faden“ ein Faden. Das Heteronym „fade“ im Englischen bezieht sich auf ein allmähliches Verschwinden. Diese Begriffe ergänzen und widersprechen einander, wobei kleinere Sprachen mit größeren konkurrieren, um neue Bedeutungsnuancen zu bieten. In der Lücke zwischen Fade und Fada sowie Faden und thread liegt Fülle und Widerstand – ein weiter Raum, ein langer Faden, der sich abwickelt und verschwindet, der verbindet und unser Verständnis von unserem Platz in der Welt webt.
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@kiklakus
Karolina Wlazło-Malinowska ist eine in Berlin lebende Kuratorin, Kulturvermittlerin und bildende Künstlerin, die an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie arbeitet. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit ökologischer Resilienz, anderen-als-menschlichen Perspektiven, Systemen von Reziprozität und Fürsorge sowie der Frage, wie die visuelle Kultur unser Verständnis der Welt prägt. Sie nutzt Storytelling in Ausstellungen, Texte und künstlerische Projekte als Mittel, um kritische Reflexion mit sinnlicher Erfahrung zu verbinden.
Ich sterbe, und du fotografierstDas Projekt behandelt das Thema des Opfers sowie eines voyeuristischen Blicks, die in der heutigen visuellen Kultur durch die Medien verstärkt werden. Die Wahrnehmung von Informationen verschiebt sich deutlicher in Richtung des Visuellen – unsere sinkende Aufmerksamkeitsspanne und die Natur der sozialen Medien lenken unseren Blick unweigerlich eher auf das Bild als auf das geschriebene Wort. Die Fülle an verfügbaren Inhalten und die Konkurrenz zwischen den Medienkanälen führen dazu, dass Bilder schneller, intensiver, _ fast unaufhörlich zirkulieren. Wir verfolgen live nicht nur Preisverleihungen, sondern auch Naturkatastrophen und Kriege. Der Anblick von Leid und Opfern wird Teil unseres alltäglichen Bildstroms. Einerseits kann dies den Opfern eine Stimme geben; andererseits führt es dazu, dass ihr Leid ausgenutzt wird, um Aufmerksamkeit zu erregen und Inhalte zu verkaufen.
In der Serie „I’m Dying, You Take Photos“ werden Bilder sterbender Sterne Fragmenten bekannter Medienbilder des Todes gegenübergestellt. Durch Ausschnitte und Fragmentierung lassen sich diese Bilder jedoch nicht eindeutig identifizieren. Sie werden nicht direkt reproduziert, um die Gewalt, die in ihrer Verbreitung liegt, nicht zu wiederholen. Die Geschichten, die dahinter stehen, bleiben in den Details verborgen.
Die Verwendung der Cyanotypie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Rolle des Lichts, den Akt des Betrachtens und den Prozess der Bildaufzeichnung selbst. Die Arbeit untersucht, wie wir Dinge visuell wahrnehmen, was wir tatsächlich sehen wollen und wann ein Bild aufhört, ein Zeugnis zu sein und zu einer Form der Objektivierung wird.